Geschrieben von: Michael Wolf
Kategorie: Bildungspolitik
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 »Bisher ist nicht eines der Ziele erreicht worden.«
•    So ist die Mobilität der Studierenden nicht wie erwartet gestiegen, sondern gesunken.
•    Auch ist die Studienabbrecherquote nicht geringer, sondern größer geworden.
•    Und die Studiengänge wurden nicht flexibler, sondern starrer.
•    Zudem findet bei den BA-Studiengängen ein downgrading statt, so daß Abstriche an der Qualität des Studiums an der Tagesordnung sind.
 •    Oder aber es werden die Inhalte des umfangreicheren Diplomstudienganges in den BA-Studiengang gepreßt, mit der Folge, daß Sie, liebe Studierende, an die Grenzen des Leistbaren stoßen und ein Leben wie im Laufrad eines Hamsterkäfigs zu führen gezwungen sind. Daß der dadurch erzeugte Druck nicht ohne Auswirkungen bleiben kann, ist den psycho-sozialen Beratungsstellen an den Hochschulen bestens bekannt, so auch der der Fachhochschule Koblenz.


•    Bildung ist für die Hochschulen, wie es scheint, zum Fremdwort geworden. Worauf diese heute vorrangig abstellen, ist eine Fachidiotisierende Ausbildung im Hinblick auf Verwertbarkeit der Arbeitskraft, auf employability, wie es heute neudeutsch heißt. Selbständiges Denken, Argumentieren und Urteilen wird zunehmend ersetzt durch das Pauken eines vorgegebenen Lernstoffes, ganz so, wie es von Paulo Freire mit dem »Bankierskonzept« der Erziehung kritisch auf den Punkt gebracht wird und was von Ihnen  z utreffend als »Bulimiestudium« bezeichnet wird: den Ihnen vorgesetzten Lernstoff rasch in sich reinfressen und auf Abruf unverdaut  wieder auskotzen.
•    Folglich zielt das Studium nicht mehr auf die Herstellung eines mündigen Bürgers, sondern darauf, Sie zu unselbständigen Kopf- und Handlangern zuzurichten.
•    Und schließlich wird mit der BA/MA-Differenzierung bewußt eine Verschärfung sozialer Ungleichheit in Kauf genommen, weil vorgesehen ist, nur noch 20 bis 30% der BA-Absolventen zu einem MA-Studium zuzulassen.

Michael Wolf
 
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