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Filmrezension: „Caramel“ von Nadine Labaki, Libanon 2007. PDF Drucken E-Mail
385 mal gelesen.
Geschrieben von: Assia Harwazinki   
Montag, 10. August 2009 um 08:15 Uhr
Seit einem guten Jahrzehnt tauchen am Filmhimmel immer wieder junge arabische Filme-macherinnenmit ihren Werken auf, die hierzulande kaum bekannt sind, darunter vor allem Schaffende aus Tunesien und Algerien. Eine weitere ist die Libanesin Nadine Labaki, deren Streifen „Caramel“ im Frühjahr 2009 im Fernsehen auf ARTE gezeigt wurde. „Caramel“ ist ein Film, in dem mehrere Beziehungsgeschichten als parallele Erzählstränge nebeneinander herlaufen. Es geht um unterschiedliche Paar-Beziehungen: Zwischen Mann und Frau (angehendes Brautpaar, Layal und der Polizist, die ältere Rose und ein Kunde von ihr), von Frau zu Frau (Friseurin und Kundin), von Mutter zu Tochter (Rose und Lily) und eine Dreiecksgeschichte (Layal, verheirateter Mann und dessen Gattin). Mit verspielt wirkender Leichtigkeit behandelt der Film Dinge, die in den arabischen Gesellschaften bis heute mehrheitlich tabuisiert werden: Sexualität, Jungfräulichkeit, außereheliche Geschlechts- verkehr, lesbische Liebe, sexuelle Bedürfnisse im Alter, Bruch mit traditionellen Rollenbildern – und damit der Emanzipation der Geschlechter.

Assia Harwazinki

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