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Klarheit und gute Nachbarschaft PDF Drucken E-Mail
2287 mal gelesen.
Geschrieben von: EKD   
Mittwoch, 30. Mai 2007 um 18:37 Uhr
Die EKD zum Verhältnis von Christen und Muslimen
in Deutschland. Es geht um Traditionen, Frauenrechte und die Scharia:


Die EKD erteilt in dieser Denkschrift unter anderem dem islamischen Recht, der Scharia, sowie der Benachteiligung von Frauen mit der wünschenswerten Klarheit eine Absage und fordert von Muslimen ein kritisches Hinterfragen ihrer Traditionen. Statt ihre bornierten, der Aufklärung nicht standhaltenden Traditionen kritisch zu hinterfragen, geben sich die muslimischen Würdenträger aber wieder einmal beleidigt. Der neu gegründete Koordinierungsrat der Muslime (KRM) mit Sitz in Köln geht dabei voran und wirft der EKD vor, statt einen Beitrag zum Dialog der Religionen zu leisten, wolle sie "bestehenden Vorurteilen gegenüber dem Islam eine kirchlich- offizielle Bestätigung geben"
 
Mit anderen Worten, wieder einmal wird berechtigte Kritik als Ausdruck eines islamophoben Vorurteils des Westens, hier der EKD, abgetan und wahrheitswidrig unterstellt, der orthodoxe Islam lehre nicht Intoleranz, Verachtung von "Ungläubigen" und Gewaltandrohung, obwohl sehr viele Suren im Koran ausdrücklich gerade das fordern: Intoleranz, Verachtung von "Ungläubigen" und Gewaltandrohung gegen Juden und Christen. Schon allein deswegen - von den übrigen Traditionen, die wie ein Alp auf den Gehirnen der Lebenden lasten, ganz abgesehen - ist die von der EKD geforderte historisch-kritische Aufklärung über den Koran und seine Entstehungsgeschichte unbedingt erforderlich. Anders wird es mit der islamischen Inquisition in vielen Ländern dieser Erde kein Ende nehmen.
Die Warnung des islamischen Verbandes, der nur einen Bruchteil der Muslime vertritt, dass aus der aktuellen Auseinandersetzung die Scharfmacher auf beiden Seiten gestärkt hervorgehen könnten, sollte sehr kritisch betrachtet werden. Denn die "Scharfmacher", von denen der islamische Verband redet, sind auf beiden Seiten etwas sehr Unterschiedliches. Auf der einen Seite sind es Kritiker der Religion, die argumentative Kritik als Waffe der menschlichen Emanzipation von schlechter Herrschaft einsetzen, auf der anderen Seite sind es Gotteskämpfer, die Mord und Totschlag als Waffe gegen die Kritik und die politische und menschliche Emanzipation einsetzen. Der Begriff "Scharfmacher" täuscht damit eine Gleichheit oder Symmetrie vor, die nicht existiert. Ein "friedlicher" Dialog auf einer solchen asymmetrischen Basis kann nur Schweigen zum Unrecht und Respektbekundung vor den inkriminierten barbarischen Traditionen statt ihrer scharfen Kritik bedeuten. 
Der Vorwurf der KMR, die EKD stelle "ein Stufenverhältnis zwischen christlichen und muslimischen Religionsgemeinschaften her", um ihre Privilegien behalten zu können ist (1) falsch und (2) eine unverschämte Projektion des eigenen Begehrens. Die EKD stellt kein Stufenverhältnis her, sondern sie stellt richtig fest, dass der Islam die Aufklärung, die die christliche und jüdische Religion durchlaufen hat, bzw. mit der sie sich mehr nolens als volens auseinandersetzen mussten, niemals oder noch nicht durchlaufen hat. Diese Feststellung ist sachlich richtig. Man mag das Verhältnis, das sich daraus ergibt, ein "Stufenverhältnis" nennen. Nur ist dieses Stufenverhältnis dann nicht der EKD anzulasten, als habe sie es verursacht, sondern es ist ein in der Sache liegendes, deren Bote die EKD ist. Der Vorwurf gegen den Boten läuft darauf hinaus, ihn für die schlechte Nachricht schuldig zu sprechen, damit die schlechte Sache, von der er berichtet, bleiben kann, wie sie ist. Um den Boten für die zutreffende schlechte Nachricht bestrafen zu können, muss ihm selbstverständlich auch ein passendes Motiv unterstellt werden. Auch damit ist die KRM schell zur Hand. Die EWKD wolle mit der "Stufung der Religionen' eben nur ihre "Privilegien", also das Kirchensteuerprivileg, den leichten Zugang zum großen Geld, verteidigen. So also macht man das. Statt auf die Kritik einzugehen, leugnet man rundheraus alles ab, selbst wenn die Spatzen es von den Dächern pfeifen und klagt den Boten wegen seiner "schlechten Motive' an. Tatsächlich aber gibt man damit unbewusst nur preis, was man selber will und mit welcher Absicht man den "Dialog" führt. Man will ans "große Geld", will selbst an "die Privilegien", ohne sich ändern zu wollen. Man beneidet die anderen darum. Also projiziert man in sie, was in einem ist.

Es bleibt zu hoffen, dass die EKD die Zivilcourage hat, die nötig ist, um zu erkennen, warum die KRM gegebenenfalls auch Kreide frisst, um anders zu erscheinen als sie ist, und der Polemik der KMR zu widerstehen- trotz der Sympathien, die dieser reaktionäre Verband als angeblicher Verteidiger der "kulturellen islamischen Identität" bei Multi-Kultis, Antiglobals und Völkerverteidigern genießt



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