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Geschrieben von: S.H.
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Donnerstag, 21. Januar 2010 um 21:37 Uhr |
"Der Islam in seiner gegenwärtigen Verfasstheit ist eine kollektive Zwangsneurose", sagt Gess. Seine Wortwahl knüpft an ein Zitat des bekannten Psychoanalytikers Sigmund Freud und dessen allgemeine Religionskritik an.
Professor Heinz Gess von der Fachhochschule (FH) Bielefeld habe "Volks verhetzung" begangen, heißt es dort weiter. Mit seiner Behauptung, der Islam sei eine kollektive Zwangsneurose, habe Gess "alle Religionen dieser Welt verunglimpft"
Was hat dann Sigmund Freud getan. ? Hat er also auch Volkversetzung begangen, als er die Religionen seiner Zeit in Analogie individuellen Neurose eine „universelle Zwangsneurose“ nannte? War das also auch nur „blinder Hass“ gegen die Religion und die Verbrennung seiner Bücher durch die Nazi die adäquate Bestrafung?!“ eine angebrachte Reaktion auf einen Satz sein? Was ist los in diesem Land, das wir schon wieder dort angelangt sind – und sich vor allem in der linkspolitischen Szene kein Widerstand gegen dieses Kritikverbot regt.
Hat man hierzulande vergessen, worin die Freiheit des (kritischen) Denkens besteht, nämlich darin das man Hypothesen formulieren darf und soll, die Erklärungskraft, etwa die Kraft haben zu erklären, warum so viele Muslime, insbesondere Frauen) sich mit der veralteten islamischen (religiös legitimierten) Herrschaftsform, die sie schlägt und manchmal buchstäblich zu Tode prügelt, so stark identifizieren, dass sie schon gar nicht mehr „ich“ sondern nur noch „wir“ sagen können: „wir Muslime“ und jede Kritik an islamisch legitimierter Unterdrückung und Gewalt als Beleidigung verunglimpfen. Ist die Annahme nicht sehr vernünftig, dass eine solche religiöse Identifikation die Züge einer Neurose hat, für die kennzeichnen ist, das die Unterwerfung selbst mit Lust verbunden ist – ein verinnerlichte masochistische Lust, deren Pendant der Sadismus oder Autoritarismus ist (s. dazu Adorno, Fromm u. a. über die „autoritäre Persönlichkeit“? Gewiss ist sie das, und es spricht sogar sehr viel dafür, dass sie richtig ist. Wäre sie das, wäre es völlig inadäquat, über diese erklärungskräftige Hypothese beleidigt zu sein und in der Folge den Boten für seine negativer Botschaft über den Islam als Herrschaftsform zu betrafen, sondern adäquat wäre es allein, die Verhältnisse so zu verändern, dass die autoritäre Persönlichkeit ihre historisch materielle Basis und ihre geistig kulturellen Stützpunkte verlören. D. h,. die Muslime hätten den Islam selbst zu verändern, um sich aus ihrer äußeren und inneren Not schlechter Herrschaft zu befreien (nicht aber wäre der Bote Gess zu bestrafen, der diese Botschaft überbringt).
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