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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
Kritik

Mündigkeit ist für Demokratie wesentlich. Sie geht mit Kritik notwendig zusammen. Denn mündig ist nur, wer für sich selbst denkt und nicht bloß nachredet, was andere ihm vorgeredet haben. Das Selbst-Denken erweist sich aber erst in der Kraft zum Widerstand gegen vorgegebene Meinungen und - in eins damit - auch gegen vorgegebene Institutionen, überhaupt gegen alles bloß Gesetzte, das sich mit seinem bloßen Dasein rechtfertigt. Solcher Widerstand, als Vermögen der Unterscheidung des Erkannten und des unter Autoritätszwang Hingenommenen, ist eins mit Kritik. Demokratie verlangt die Freiheit zu solcher Kritik.

Kritische Theoretiker sind einig mit dem Leiden der Menschen und ihrem Streben nach glücklichen Verhältnissen. Kritische Theorie ist Kritik, die den Weg zur besseren Praxis öffnet und die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation voranbringt. Deshalb kann sie auch nicht die hierzulande so beliebte "positive Kritik" sein, sondern nur jene negative Kritik, die den Zwang zur Identifikation mit der Macht und seine individuellen und gesellschaftlichen Folgen in allen Bereichen unablässig thematisiert. Es geht ihr um eine gesellschaftliche Praxis, in der die Menschen ohne Angst verschieden sein können, weil sie ihre eigenen Kräfte als gesellschaftliche erkannt haben und sie nicht mehr in Gestalt von Kapital und Staat von sich entfremden. Frei nach Adorno "Kritik" (1969)

Heinz Gess (Herausgeber des Kritiknetzes)


 

Schuld und Abwehr. Bosl, Benz und das Schweigekartell deutscher Historiker
211 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Neofaschismus und Rassismus
Geschrieben von: Harry Waibel   
Freitag, 05. Februar 2010 um 08:56 Uhr
Erst kürzlich habe ich davon erfahren, dass Ihr Doktorvater, der Historiker Karl Bosl (1908-1993), Mitglied in verschiedenen nationalsozialistischen Organisationen, z. B. in der NSDAP (seit 1933) und im NS-Lehrerbund war. Die Nachricht hat mich sehr betroffen gemacht. Es bleibt ein Gefühl der Bitterkeit zurück. Denn ich sehe mich von Ihnen getäuscht, komme mir
wie ein Betrogener vor. Ich habe seinerzeit bei Ihnen studiert und promoviert, weil ich Sie für einen überzeugten Kämpfer gegen den Antisemitismus in jeder Form und einen kritischen Aufklärer hielt, der sich nicht scheut, die negative Wahrheit über die nationalsozialistischen Verbrechen, die dazu motivierende Ideologie und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu sagen, die Menschen so zurichten, dass sie zu derartigen Untaten in der Lage sind. Selbstverständlich gehören zu einer derart unerschrockenen, kritischen Forschung der Wille und der Mut, die Täter und ihre bedingungslos mitmachenden Helfer, die in der Nachkriegszeit Profit aus dem Unrecht schlugen, beim Namen zu nennen.
Vermutlich können Sie sich gar nicht vorstellen, wie tief enttäuscht ich war, als ich nun erfahren musste, dass das alles vermutlich falsch war und Ihre Selbstdarstellung nur eine Jahrzehnte lange deutsche Inszenierung und Rationalisierung, die willigen Helfern und Mitmachern wie Bosl Schutz gewährte. Denn Bosl war offensichtlich ein überzeugter Nazi, der der verbrecherischen Sache von 1933 bis zu ihrer endgültigen Niederlage die Stange hielt.
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Über Ameisen, Leichenwürmer, Affen, Schweine und die Religion als „universelle Zwangsneurose“
587 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Islamismus
Geschrieben von: Heinz Gess   
Montag, 01. Februar 2010 um 12:34 Uhr
  "Religiöse Zwangsneurotiker müssen immer weitermachen mit dem Schlechten, das sie Ande­ren im Namen des Friedens antun. Sie können einfach nicht aufhören."

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Religion der Reinheit
545 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Neue Rechte, Völkisches Denken, Rassismus
Geschrieben von: Herbert Rätz und Heinz Gess   
Donnerstag, 14. Januar 2010 um 13:23 Uhr
Esoterik – Nationalsozialismus – Rechtsextremismus.

 Vom 17. Februar bis 17 März 2100 findet in der Universität Bielefeld in den Räumen des ästhetischen Zentrums der Universität die Ausstellung „Religion der Reinheit. Esoterik – Nationalsozialismus – Rechtsextremismus“ statt. Autor der Ausstellung ist der Historiker  Herbert Rätz. Rätz, in der Arbeitskammer des Saarlandes für Erwachsenenbildung und Politik­beratung zuständig, erforscht seit vielen Jahren die Vernetzung von Esoterik/Okkultis­mus zu Nationalsozialismus und Rechtsextremismus. Er stellt seine diesbezüglichen Ergebnisse nun der Öffentlichkeit mit der Ausstellung vor, die aus 33 kommentierten Exponattafeln besteht.

Die Ausstellung wird am 17. Februar um 18.00 Uhr it einem Einführungsvortrag des Historikers Herbert Rätz und einer Vernissage eröffnet. eröffnet. Ausstellungsort die Universitätsbibliothek (Ebene C1) der Universität Bielefeld. Die Ausstellung schließt am 17 März um 18.00 Uhr mit einem Abschluss­vortrag von Herrn Rätz ab.

 Kurator der Ausstellung ist Prof. Dr. Heinz Gess vom Fachbereich Sozialwesen der FH Biele­feld. Er bereitet die Ausstellung zusammen mit Frau Dr. Heike Piehler vom ästheti­schen Zent­rum der Universität und Studierendem aus dem Projekt „Politische Bildung“ am Fach­bereich Sozialwesen der FH Bielfeld vor.  Frau Dr. Heike Piehler  sei an dieser Stelle aus­drücklich für ihre freundliche und hilfsbereite Art bei der Vorbereitung ausdrücklich gedankt.

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Kollektive Zwangsneurose Islam oder Straftatbestand Islamophobie
4849 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Islamismus
Geschrieben von: Heinz Gess   
Sonntag, 10. Januar 2010 um 17:47 Uhr
Kürzlich hat der „Präsident der islamischen Religionsgemeinschaft“ mir eine harte Bestrafung wegen Islamophobie, d. h. „Beleidigung“ des Islam und Hetze gegen den Islam -„Volksverhetzung“- angedroht.  Ich nehme die Drohung zum Anlass einer  kritischen Stellungnahme. Dabei ist es für mich unerheblich, dass mir die Bestrafung angedroht wird. Mir ist völlig klar, dass die Aufforderung muslimischer Führer, Kritiker zu bestrafen, unter den gegebenen Umständen jederzeit jeden in Deutschland treffen kann, der es wagt, den Mund aufzutun und negative Kritik an den Verhältnissen in diesem Land der Unzumutbarkeiten zu üben, deren eine und nicht geringste die verbreitete konformierende Asozialität ist, die sich unter anderem auch als passiv-konformistische Hinnahme islamischer Herrschaftsansprüche äußert. Die kapitale Kulturindustrie und deren Massenmedien verstärken bis auf wenige Ausnahmen diesen Trend nachhaltig, indem sie erstens  einem Kulturrelativismus huldigen, zweitens die grundlegende Differenz zwischen Religionskritik als Ideologie und Xenophobie durch beabsichtigte Verschiebung und Verdichtung der beiden Begriffe zu einem Begriff „Islamophobie“ verwischen, der als solcher darum schon eine systematisch falsche Zustellung und als Begriff Ideologie ist, und drittens schließlich den in sich verkehrten, ideologischen Begriff „Islamophobie“ dann auch noch als eine dem Antisemitismus strukturgleiche Haltung definieren, mit dem paradoxen Resultat, dass die Kritik am islamischen Antisemitismus bzw. Antijudaismus, die zugleich auch Kritik am Islam in seiner gegenwärtigen Verfasstheit ist, selbst - weil angeblich „islamophob“ - als strukturell „antisemitisch“ zu gelten hat und dem Tabu verfällt. Das ist zwar im wahrsten Sinne verrückt, aber eben diese Verrücktheit, die Verkehrung des Sinnes  der emanzipatorischen Kritik und der Bedeutungen der Begriffe der emanzipatorischen Praxis zum herrschenden Bewusstsein zu machen,  ist das schwarze Curriculum jener, die den Konformismus mit dem völkischen Kulturrassismus, sobald er als „islamische Kultur“ daherkommt, falsch zur „Toleranz“ und die negative Kritik an der falschen, repressiven Toleranz zur „Islamophobie“ und damit im Sinne ihrer Verkehrungen zu einer Form von Antisemitismus erklären. 
Angesichts dieser Sachlage geht es bei der folgenden Stellungnahme allein um die politische Dimension des Vorgangs.                                       
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Gegen Islam-Führer nach dem Muster der faschistischen Propaganda.
1231 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Islamismus
Geschrieben von: Heinz Gess   
Donnerstag, 14. Januar 2010 um 08:40 Uhr
Forsetzung des Artikesl: "Kollektive Zwangsneurose Islam oder Islamophobie"  
Die Gefolgschaft wäre  leicht dazu zu bringen innezuhalten, wenn nur  die große  Mehrheit der anderen Muslime, die nicht unter der Verblendung, dem Verfolgungswahn und kollektiven Narzissmus leiden, son­dern Besseres mit ihrem Leben anzufangen wissen, sich nicht länger als „Bie­der­män­ner“ verhielten und den Mund aufmachten vor ihren einge­fan­genen Glau­bensbrüdern. Denn das Moment der Insze­nier­ung, die Unechtheit der be­geisterten Kollusion, die Unwahr­heit des falschen Zaubers ist mittlerweile so sehr durch­sichtig, so sehr zur Farce ge­worden, dass es nur wenig bedürfte, um die kollusionären Iden­ti­fizierungen nachhaltig zum Einsturz zu bringen.
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Islamdebatte in Deutschland – Zur Anatomie einer komplexen Diskursverwirrung
501 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Ideologie- und Religionskritik
Geschrieben von: Hartmut Krauss   
Sonntag, 24. Januar 2010 um 12:21 Uhr
Hartmut Krauss untersucht in dieser Studie die „komplexe Diskursverwirrung“  der deutschen  Islamdebatte. Sie erreicht gegenwärtig den Höhepunkt der Verkehrung von „wahr“ und „falsch“, als  ausgerechnet  die emanzipatorische Kritik schlechter Formen gesellschaftlicher Herrschaft und ihrer Legitimationsideologien, sofern diese Kritik den Islam als weltweit verbreitete Herrschaftsform aus ihrer Kritik nicht ausdrücklich ausnimmt, in den Gazetten der deutschen Meinungsmacheindustrie, als „antisemitisch“ und  krankhaft phobisch (Islamophobie) denunziert wird. Damit wird die historische Wahrheit mal wieder von den Füßen auf den Kopf gestellt. Denn nicht die emanzipatorische Kritik an der islamischen Herrschaftsform ist antisemitisch und zwanghaft phobisch, sondern es ist umgekehrt  der Islam in seiner gegenwärtigen Verfassung eine in ihrem Kern antisemitische und totalitäre Herrschaftsform in dem Sinne, dass er jede Nichtidentität der unter die Herrschaft des Islam subsumierten Individuen mit der Herrschaftsform, der sie unterworfen sind,  von Grund auf verneint und den „Juden“ als das Ferment der Zersetzung dieser Ursprungsidentität, als existenziellen Feind des „Ur-Islam“, definiert. Die islamische Herrschaftsform ist außerdem auch  -systemisch bedingt - xenophob, weil sie alles Nichtidentische als „Ungläubigkeit“ zutiefst ablehnt und verachtet, also auch jene Fremden, die „Fremde“ bleiben, weil sie sich nicht bekehren und identisch machen lassen,  während umgekehrt die emanzipatorische Kritik dieser schlechten Herrschaftsform auf der Grundlage der kritischen Theorie der Gesellschaft für die Befreiung von der rabiaten islamischen Herrschaftskultur definiert und die Augen für den dieser Herrschaftskultur systemisch innewohnenden  Antijudaismus, der sich bis zum Vernichtungswahn steigern kann, und die ihr innewohnende Ablehnung auch alles nichtidentischen Anderen öffnet.
Hartmut Krauss untersucht detailliert, wie es zu dieser hegemonialen Verkehrung des Bewusstseins in Deutschland kommt und welcher demagogischen Muster und effektiven Rationalisierungen die deutsche Meinungsmacheindustrie und deren Propagandisten des Kulturrassismus sich dabei bedienen. Insbesondere stechen ihm zufolge dabei folgende, einen kritisch-rationalen Diskurs bereits im Ansatz verhindernden Muster hervor:
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Ein unfreundlicher Akt unter Verkennung unserer Kulturwerte
507 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Hochschul- und Bildungspolitik
Geschrieben von: Hadrian Hamburger   
Donnerstag, 21. Januar 2010 um 16:32 Uhr

Eine gutachterlicher Stellungnahme dazu, was der Vertreter einer islamischen Religionsgemeinschaft öffentlich als "Volksverhetzung"bezeichnet hat.

"Dummheit und blinder Hass gegenüber dem Islam müssen bestraft werden!" ... hat ein Funktionär der Islamische Religionsgemeinschaft K.d.ö.R. öffentlich verlangt: "Prof. Dr. Heinz Gess von der FH Bielefeld beging ... Volkverhetzung" und müsste belangt werden, weil er Sigmund Freuds' kritische Annahme von der Religion als "kollektiver Zwangsneurose" zitiert hat. Unter dem Titel "Ein unfreundlicher Akt unter Verkennung unserer Kulturwerte" führt der Autor, fachgeschulter Religionssoziologe und Bürgerrechtler, im Rahmen seiner Expertise aus, dass die öffentliche Forderung eines Funktionärs der Islamische Religionsgemeinschaft K.d.ö.R. als undurchsichtig und unverständlich erscheinen muss, solange die Werte der Europäischen Zivilisation
in Deutschland Geltung beanspruchen können. Mit Sigmund Freud zu argumentieren, dass Religion(en) im Allgemeinen und im Besonderen Aspekte einer "kollektiven Zwangsneurose" aufweisen, kann nicht als "Volksverhetzung" oder aufwieglerische Propaganda angesehen werden. Das Verlangen nach wie auch immer gearteten repressiven Maßnahmen gegen Prof. Gess, würde – konsequent zu Ende gedacht – eine grobe Verletzung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung als Bürger der Bundesrepublik Deutschland und insbesondere als Wissenschaftler bedeuten.

An expert opinion on what an Islamic official functionary in Germany publicly named "Volksverhetzung" "Stupidity and unreasoning hatred against the Islam must be punished!" ... that is what the speaker of the Islamic Religious Community in Germany (a Public Corporation) publicly demanded: "Prof. Dr. Heinz Gess, University of Applied Sciences, Bielefeld, Germany, committed a criminal agitation of the people“ when he quoted Sigmund Freuds phrase on religion as ´collective obsessive-compulsive
disorder´. Under the title "Basically an unfriendly act ignoring Central European culture and civilisation" the author, a scholar and a civil rights figure, in his expert opinion argues that whenever Civic Culture is accepted in Germany the public demand of an official functionary representing the Islamic Religious Community in Germany as a Public Corporation is both a cloudy issue and a matter of some obscurity - argueing that religion is a form of "collective obsessive-compulsive disorder" (like Sigmund Freud did) can not at all be regarded as an element of an offense named incitement of the people or sedition or rabble-rousing propaganda ("Volksverhetzung" as defined in the German Criminal Law). Demanding any repressive measure against Dr Gess means, consequently, trying to
rape his basic right - the freedom of opinion - as a scholar in particular and as a citizen of the Federal Republic of Germany (FRG) in general.
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Der mit den Wölfen heult. Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus - Teil 1
9116 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Ideologie- und Religionskritik
Geschrieben von: Heinz Gess   
Sonntag, 26. März 2006 um 13:17 Uhr
Es hat lange gedauert, aber nun endlich hat sich auch Helmut Schmidt, das Plapperorgan der deutschen Ideologie, zusammen mit den ehemaligen sozialistischen Regierungschefs Fraser, Miyazawa, Carlson, Majali, in seiner Hauszeitung zum "Karikaturenstreit" und seinen Folgen geäußert und, wie zu erwarten stand, der dänischen Zeitung und der dänischen Regierung, nicht aber den fanatischen muslimischen Demagogen, die den Mob mit Lug und Trug aufhetzten, "Verantwortungslosigkeit" bescheinigt. Kaum ein Artikel der letzten Zeit gibt den Geist der geistlosen Zustände in Deutschland, das Elend der geistigen Verhältnisse, so trefflich wieder wie dieser Artikel. Deshalb halte ich eine Stellungnahme zu diesem Artikel für geboten. Ich gehe dabei so vor, dass ich in einem ersten Teil die wichtigsten Feststellungen oder "Argumente" Schmidts, die kaum so zu nennen sind, weil der Artikel nirgendwo kritisch prüft und argumentiert, sondern unablässig Setzungen vornimmt, im Einzelnen diskutiere.
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Wider die algorithmische Verschwörung
429 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Ideologie- und Religionskritik
Geschrieben von: Herbert Rätz   
Freitag, 15. Januar 2010 um 20:48 Uhr
Was bei Frank Schirrmacher (FAZ) nicht zu lesen ist.

Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, hat ein lesenswertes Buchgeschrieben: Payback. Zu Recht schreibt er, dass das heute allseits geforderte MultitaskingKörperverletzung ist. Allerdings ist sein Kreuzzug gegen den allgegenwärtigen Algorithmus längst überfällig. Schirrmacher beklagt den Verlust des eigenständigen Denkens und will informieren, warum wir „gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen“. Dass wir tun, was wir nicht wollen, das hat er hervorragend beschrieben, aber warum wir wollen, was wir eigentlich nicht wollen, das habe ich bei ihm vermisst.
Esoterik ist kein modernes Phänomen, nur der Rekurs auf den Wissenschaftsaspekt ist relativ neu (seit Ende des 18. Jh.).  Esoterik ist eine Weltanschauung, die den Menschen von Denken, Entscheiden, Kritik und Wachsamkeit befreit, die ihn die Bequemlichkeit und Begeisterung genießen lassen, ihn aber zugleich in die Epoche vor der „Entzauberung“ (M. Weber) durch die Aufklärung und in den „dogmatischen Schlummer“ (I. Kant) zurückführt.  Wenn Heinz Gess schreibt von Neuro-Metaphysik schjreibt, dass sie die gegenwärtigen Tendenzen zur Liquidation der Indiviualität ieologisch rechtfertigt, ohne sich über dieser ihrer gesellschaftichen Funktion bewußt zu  und Philosophen versteht, dann ist sein Standpunkt nicht nur berechtigt, sondern erst recht im Zusammenhang mit dem hier Diskutierten zu verstehen. Heinz Gess enttarnt die Behauptung von der Illusion des Individuellen in den Neurowissenschaften als alten Hut der Transpersonalen Psychologie, die Karin Daecke ihrerseits als faschistoide Esoterik identifizieren konnte. Zweck dieser Ideologie ist es, dass „(…) das ich-lose Lebendige sich selbst zum Ding macht und den ganzen Menschen bewusst als seine Apparatur in Dienst nimmt (Gess) Das hatte reale Konsequenzen für die Zurichtung des Leibes zum Körperinstrument. Diese Konsequenzen gewinnen heutzutage auf Grund des auf die Verwertung des Wissens im kapitalistischen Produktionsprozess abgestellten technischen Fortschritts eine neue Qualität. Das Lebendige macht sich nicht nur zum Ding oder Apparat, sondern die Technik wandert wirklich realiter in den Körper mittels Doping, Prothesen und leistungsfähigeren technischen Instrumenten, so dass er zusehends ein auf Hochleistung getrimmtes „Humanvermögen“ des gesellschaftlichen Betriebes
wird.“ Diese angeblich wissenschaftliche Negierung der Individualität, deren Ideen von faschistoid-esoterischen „Psychologen“ formuliert wurden, hat nach Gess ähnliche Folgen für die Moral der Menschen, die solche Standpunkte verinnerlicht haben. ...
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Ticketmentalität
490 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Neue Rechte, Völkisches Denken, Rassismus
Geschrieben von: Heinz Gess   
Dienstag, 29. Dezember 2009 um 21:23 Uhr
Reflexionen über Kommentare aus dem deutschen Mainstream zur Kritik am Berliner
Gebetsraumurteil (Teil 2)

Gliederung;
Ticket: "Islamophobie" 
Ticket: „Lechts und rings“

Im Ticketdenken ist dieselbe Verkehrung, dieselbe Übertragung des Affektes vom Gebrauchswert auf den Tauschwert wirksam wie im Warenfetischismus. Es ist insofern ein später Abkömmling des Warenfetischismus und damit Bestandteil jenes Kitts, der die Warengesellschaft zusammenhält. Im stereotypen Kommentar wie dem von H entspricht das Ticket dem Tauschwert und der fehlende Gedanke dem Gebrauchswert. Der Affekt bezieht sich auf  Ticket, das trügerisch den  Gedanken, das Selbst-Denken und Urteilen ersetzt. Es stiftet den Schein von Unmittelbarkeit, der durch die Beziehungslosigkeit der reproduzierten Stereotypen auf das Objekt zugleich dementiert wird. Das Verdammungsurteil „Rassismus“ oder „Islamophobie, die „über Leichen geht“ wird über das Objekt - das Kritiknetz und seine Autoren - gesprochen, ohne dass der Sprecher bzw. Schreiber von dem Objekt, über das er urteilt, erkennbar auch nur das Mindeste verstanden und sich mit seiner Intention überhaupt je auseinandergesetzt hätte.
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Lichtung: Lechts und rings
765 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Neofaschismus und Rassismus
Geschrieben von: Heinz Gess   
Samstag, 19. Dezember 2009 um 05:35 Uhr
Reflexionen über Kommentare aus dem deutschen Mainstream zur Kritik am Berliner
Gebetsraumurteil (Teil 1)

Gliederung:
Helm ab zum Gebet! (S. 1)   
Rassismus, der "über muslimische Leichen geht"  (S. 8)
Erdogan oder "Verbrechen wider die Menschheit"  (S. 18)

"Die Verkehrung ist vollkommen. In der Nazizeit geschah gerade das Gegenteil von dem, wofür die Petition streitet. In der Nazi-Phase der deutschen Geschichte wurde die Trennung des politischen Gemeinwesens von der bürger­lichen Gesellschaft und Weltanschauung (in diesem Fall der NS  Ideologie) völlig aufgehoben. Die Aufhebung dieser Trennung bei Beibehaltung der kapitalistischen Produktionsweise ist konstitutiv für den totalitären Nazifaschismus. Der Islamismus hat mit dieser totalitären Herrschaftsform gemeinsam, dass er diese Trennung ebenfalls und selbstverständlich auch unter Beibehaltung der kapitalistischen Pro­duktionsweise abschaffen will. Es ist also genau umgekehrt als der Kritiker der Petition dem Leser suggerieren will: Nicht die Petition fällt in die Epoche des NS zurück, sondern wenn überhaupt jemand und irgendetwas zurückfällt, dann jene islamischen Kräfte, die dieses Urteil durchgesetzt haben, die deutsche Justiz, die, weil sie offensichtlich nicht weiß, was sie tut, nicht in der Lage ist, das Grundgesetz zu verteidigen, und „Linke“, die diese Entwicklung zur Wehrlosigkeit der Demokraten unterstützen, indem sie beherzten Demokraten vorwerfen, sie katapultierten sich in die Nazizeit zurück.
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Die Studierendenrevolte (anno 2009)
757 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Hochschul- und Bildungspolitik
Geschrieben von: Heinz Gess   
Donnerstag, 17. Dezember 2009 um 20:54 Uhr
Eine Antwort auf eine Kritik der Revolte in einem offenen Brief  - mit einigen Vorschlägen, was zu tun und was besser zu lassen ist 

Man verkennt meines Erachtens das politische Geschäft hierzulande, wenn man mutmaßt, zwischen der simulierten Zustimmung der Politiker, Wirtschaftsbosse und Hochschulleitungen, die vor Ort zum Teil mit sehr rigiden, autoritären Methoden gegen den Protest der streikenden Studentenschaft vorgehen, während ihre politischen Vertreter in Kameras lächeln und Verständnis für den Protest bekunden, gäbe es einen Zusammenhang dergestalt, dass die Konzentration des studentischen Protests auf das “egoistische  Privatinteresse“ überhaupt erst die Zustimmung all dieser Damen und Herren zum studentischen Protest gegen das, was diese Damen und Herren doch selbst angerichtet haben, möglich gemacht habe. Die Herstellung eines solchen Zusammenhanges halte ich für eine bloße Konstruktion, eine Erfindung, und eine falsche dazu.
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Anti-Semitismus bei deutschen Anti-Imperialisten
934 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Antisemitismus
Geschrieben von: Harry Waibel   
Freitag, 18. Dezember 2009 um 14:31 Uhr

Das Hamburger Programmkino B-Movie wollte, zusammen mit der Gruppe Kritikmaximie­rung, den Film „Warum Israel?“ von Claude Lanzmann zeigen. Doch die Aufführung, sie war für den 25. Oktober 2009 geplant, wurde von ca. 30 bis 40 Hamburger anti-faschistischen Anti-Imperialisten (Sozialistische Linke, Tierrechtsaktion Nord) aus dem benachbarten Zent­rum B5, mit Gewalt ver­hindert. Ihr Ziel war es, eine „pro-zionistische Veranstaltung“ und „Hetze“ zu verunmöglichen, um damit auf die rassistische Unterdrückung der Palästinenser durch „Apartheid“ aufmerksam zu ma­chen. Jedoch soll, laut taz-Nord, gerufen worden sein: „Judenschweine“, was von den Tätern bestritten wird. Eine Gruppierung des Hamburger Landesverbands der Partei Die Linke hatte das krude Rechtfertigungsschreiben der Anti-Imperialisten auf ihre Homepage gestellt, sich später je­doch davon distanziert. Warum ist die Behauptung von deutschen Linken anti-semitisch, Israel sei ein „zionistischer und rassistischer Staat“ und wie sind sie zur Ideologie des Anti-Zionismus ge­kommen?Ich nehme diesen anti-semitischen Vorfall in Hamburg zum Anlass, um die Entstehung der Ideolo­gie des Anti-Zionismus zeithistorisch und anhand öffentlich zugänglicher Texte zu re­flektieren.

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Kritik der neoliberalen Zerstörung der Universität
1235 mal gelesen.
Politische Eingriffe - Hochschul- und Bildungspolitik
Geschrieben von: Gerhard Stapelfeldt   
Sonntag, 29. November 2009 um 10:57 Uhr
zwei Reden (mit Vorwort) :
- gehalten am 24.11.2009 in Leipzig auf Einladung des StudentInnenrates der Universität Leipzig auf der Demonstration von Studierenden aus dem gesamten Bundesgebiet aus Anlaß der Tagung der Hochschul-Rektorenkonferenz in Leipzig und des Abschlusses des ‚Bologna-Prozesses’;
- gehalten am 27.11.2009 auf Einladung des Fachschaftsrates Psychologie der Universität Hamburg zu öffentlichen Vorlesungen in der Hamburger Innenstadt aus Anlaß der Solidaritäts-Aktionen mit den Studierenden-Protesten in Österreich sowie der massiven Kritik gegen die Wahl von Dieter Lenzen – der sich an der FU Berlin den Ruf eines autoritär-‚wirtschaftsfreundlichen’ Hochschulmanagers erworben hat – zum neuen Präsidenten der Universität Hamburg.
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Adorno - mon amour! Zur Dialektik der 68er
924 mal gelesen.
Kritische Theorie der Gesellschaft - Kritische Theorie
Geschrieben von: Ottmar Mareis   
Mittwoch, 25. November 2009 um 10:28 Uhr
Ottmar Mareis veröffentlicht in diesem sehr lesenswerten Essay erstmalig Vorstudien zu einer  Ideologiekritik der Theorie der „reflexiven Modernisierung“. Im  Mittelpunkt der Kritik stehen die 68er Jürgen Habermas, Heiner Keupp und Ulrich Beck. Statt eines Kommentars möchte ich dieses Mal ein Zitat aus dem Text bringen, das sehr schön deutlich macht, worum es Ottmar Mareis (u.a.) geht: 
 
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